Was bedeutet Sumaq?
Sumaq ist ein Wort aus dem Quechua, einer Sprachfamilie, die seit Jahrhunderten in den Anden Südamerikas gesprochen wird. Es bedeutet schön, gut, richtig gemacht, aber nicht im Sinne von Dekoration, sondern im Sinne von Stimmigkeit: etwas, das so ist, wie es sein sollte.
Quechua
Quechua war die Verwaltungssprache des Inka-Reiches und wird heute noch von rund 8–10 Millionen Menschen in Peru, Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Argentinien gesprochen. Sie ist eine der am weitesten verbreiteten indigenen Sprachen Amerikas und ist gleichzeitig bedroht. Viele Sprecher:innen wechseln im Alltag zum Spanischen, und mit jeder Generation gehen Nuancen verloren.
Einen Editor nach einem Quechua-Wort zu benennen, macht die Sprache nicht sichtbarer und rettet sie nicht. Aber es ist eine bewusste Entscheidung, ein Wort zu verwenden, das Sorgfalt und Qualität beschreibt, statt einen englischen Markennamen zu erfinden.
Ama sua, ama llulla, ama quella
Es gibt einen moralischen Grundsatz aus der Inka-Tradition:
Ama sua, ama llulla, ama quella.
Nicht stehlen, nicht lügen, nicht faul sein.
Für uns bedeutet dieser Satz, bezogen auf Sumaq:
- Nicht stehlen: keine versteckten Kosten, keine Funktionen hinter Paywalls, keine Daten, die nicht euch gehören.
- Nicht lügen: keine übertriebenen Feature-Listen, keine irreführenden Vergleiche, keine leeren Versprechen.
- Nicht faul sein: sauberer Code, getestete Barrierefreiheit, durchdachte Entscheidungen. Keine Abkürzungen auf Kosten anderer.
Gast, nicht Eigentümer
Wir verwenden ein Wort und einen Grundsatz aus einer Kultur, die nicht unsere ist. Das ist uns bewusst.
Dieser Name ist kein Branding-Trick. Er ist eine Verpflichtung: die Werte, die das Wort trägt, ernst zu nehmen. Wenn jemand aus der Quechua-Gemeinschaft das Gefühl hat, dass diese Verwendung nicht richtig ist, möchten wir das hören und gemeinsam darüber sprechen.
Bis dahin versuchen wir, dem Wort gerecht zu werden.
Aussprache
Sumaq: SOO-makh, Betonung auf der ersten Silbe. Das Q am Ende ist ein uvularer Verschlusslaut, weiter hinten im Rachen als ein deutsches K.
Ama sua, ama llulla, ama quella: AH-ma SOO-ah, AH-ma LYOO-lyah, AH-ma KEH-lyah. Das „ll“ ist ein palataler Laut, ähnlich dem spanischen „ll“ in „llave“.
Wer es hören möchte: die bolivianische Sängerin Luzmila Carpio singt den Grundsatz in ihrem Lied „Ama Sua, Ama Llulla, Ama Qhella“. Dort hört man die Aussprache aller drei Begriffe von einer Muttersprachlerin.